Flieger – Heft 32

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N. Clausen

In der Höhle des Löwen

Luftkrieg 1940/41: Fernnachtjäger über England

64 Seiten

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Beschreibung

Mit Beginn der deutschen Westoffensive am 10. Mai 1940 setzten auch die Nachtangriffe des britischen Bomberkommandos auf deutsche Städte ein. Die Geburtsstunde der deutschen Nachtjagd schlug nach Abschluß der Kämpfe um Frankreich im Sommer und erlebte einen rasanten Aufstieg: von der „hellen“ zur „dunklen“ Nachtjagd; von dem „Kammhuber-Linie“ genannten Sperriegel aus Flak- und Scheinwerferstellungen; von dem radargelenkten „Himmelbett-Verfahren“ zur freien, ungebundenen Verfolgungsnachtjagd; von zwei Nachtjagdgruppen zu sechs Geschwadern mit rund 700 Flugzeugen. Die Maschinen der ersten Stunde sind umgebaute Zerstörer vom Typ Messerschmitt Me 110 oder Junkers Ju 88-Bomber. Sie flogen auf Sicht, d.h. auf gut Glück und versuchten, englische Bomber aufzuspüren und abzuschießen. Daraus entstand der Gedanke, den Feindfliegern dort aufzulauern, wo sie abflogen und landeten: über ihren eigenen Flugplätzen in England. Die Fernnachtjagd war geboren.
Kommandeur der Nachtjagdverbände wurde der frisch beförderte Generalmajor Josef Kammhuber. Aus drei Staffeln bildete er eine Fernnachtjagdgruppe, die I. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 2 (I./NJG 2). Mit ihr sollte die offensive Fernnachtjagd gegen die britischen Einsatzhäfen geflogen werden. Standort der deutschen Fernnachtjäger war der holländische Platz Gilze-Rijen. Funkhorcher überwachten die britischen Funkfrequenzen. Stimmte der Feind seine Funkgeräte ab, war das das Zeichen, daß es drüben losging, und die deutschen Jäger starteten zum Ziel. Die Plätze der Engländer waren längst angepeilt und bekannt. Noch ehe die Briten in der Luft waren, kannte man auf deutscher Seite Anzahl und Typ der startbereiten Feindbomber. Eine erste Welle der Nachtjäger empfing die Briten über ihren Einsatzflughäfen, eine zweite Welle wurde dem Gegner auf seinen gewohnten Anflugwegen entgegengeschickt. Eine dritte Welle startete erst Stunden später, um sich den heimfliegenden britischen Bombern anzuhängen und sie über ihren eigenen Plätzen anzugreifen. Die deutschen Maschinen mischten sich unter die auf Landeerlaubnis wartenden Briten, kurvten mit ihnen ein, setzten sich hinter einen Bomber und schossen ihn beim Einschweben ab. Sie stießen auf die beleuchteten Plätze hinab, richteten mit 50 kg-Bomben und Bordwaffen zwischen soeben gelandeten Bombern Chaos und Vernichtung an.
Die britische Flakabwehr war oftmals die letzte Hürde, die die deutschen Fernnachtjäger erklimmen mußten, wenn sie in „Die Höhle des Löwen“ aufbrachen.

 

Zusätzliche Informationen

Gewicht 150 g
Author: admin