Doppelband – Heft 145

 4.45

G. Lampert

Der „rote Spuk“ am Wörman

Alakurtti 1943: Eine Infanteriegruppe der Rentier-Division macht Jagd auf den russischen Oberstleutnant Tschukow

130 Seiten

Beschreibung

Zwischen Kandalakscha am Weißen Meer auf der Höhe des 67. nördlichen Breitengrades und dem alten finnischen Kirchspiel Salla, dem Winterparadies Nordfinnlands, verlief im Jahre 1943 die Front der deutschen Lappland-Divisionen links und rechts der von den Russen aus strategischen Gründen erbauten Straße und Eisenbahnlinie, bildete fast 30 Kilometer lang eine starre Front mit Schützengräben, Bunkern, Artilleriestellungen und dergleichen mehr. Drahtverhaue und Minensperren trennten am Wörmanfluß die Gegner, die sich an einigen Stellen in einer Entfernung von 30 Metern gegenüberlagen. Die Flanken der Front waren mit einem stützpunktartigen Feldwachen­system gesichert, und durch laufende Aufklärung bis weit hinter die Front des Gegners wurde der große „Igel“, die wiedereroberten finnischen Gebiete, bis an die Lysaja gegen die an Menschen und Material weit überlegenen Sowjets gehalten. Der Vorteil der Russen lag nicht nur in der Mehrzahl der Divisionen, auch die Versorgung mit Muni­tion und Waffen gestaltete sich für den Feind leichter, der Hauptversorgungsstrang der Sowjetunion, die Murman-Bahn, lief 60 Kilometer von der russischen Front entfernt vorbei, und eine Stichbahn, die zur schwedischen Grenze geplante Strecke, brachte das erforderliche Material bis zwei Kilometer hinter die feindlichen Linien. Die russischen Truppen in der Nordflanke standen unter dem Kommando eines erfahrenen Troupiers, der nach Gefangenenaussagen erst 1941 aus einem Straflager entlassen worden war und in seinem alten Rang, Oberstleutnant der Roten Armee, wieder Dienst in der Truppe tat. Seine Soldaten waren seine Kameraden aus den Lagern auf der Kola-Halbinsel, und gingen für ihren immer an der Spitze kämpfenden Regimentskommandeur durchs Feuer. Die Deutschen hatten es schwer, gegen den Mann zu kämpfen, und es bildete sich schnell ein Mythos um ihn. Jagdkommandos jagten durch die Nordflanke, einzig, um diesen Mann zu vernichten; aber immer wieder schlüpfte der schlaue Fuchs, Oberstleutnant Wladimir Iwanowitsch Tschukow, Held der ­Sowjetunion – ein mit der Verleihung der 1938 gestifteten höchsten sowjetischen Tapferkeitsmedaille „Goldener Stern“ verbundener Titel –, durch die Maschen und störte im rückwärtigen Gebiet die militärischen Einrichtungen der Deutschen.

Das war die Situation an der Lapplandfront im Jahr 1943, als ein General in den hohen Norden geschickt wurde, der sich schnell militärisch und persönlich auszeichnete. Nicht vor der obersten Führung, sondern vor seinen Soldaten der Rentier-Division, die für „ihren“ General einen außergewöhnlichen Spitznamen ersannen, den er beibehalten sollte, bis zum Untergang der Rentier-Division…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 95 g
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