Großband – Heft 157

 4.45

K. Kollatz

Der Rückzug zur Elbe

Die 9. und 12. Armee sowie die Korpsgruppe Reimann im Endkampf 1945

72 Seiten

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Beschreibung

Sie war die Armee der letzten Stunde, aufgestellt im Frühjahr 1945, um den Ruhrkessel aufzusprengen und die Heeresgruppe B von Generalfeldmarschall Walter Model zu entsetzen. Dafür kam sie zu spät, denn Hitler hatte dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) erst Ende März 1945 den Befehl erteilt, diese Armee für den Kampf im Westen aus den jüngsten Jahrgängen, dem Personal der vielen Waffenschulen und der Führerschulen des Reichsarbeitsdienstes (RAD) aufzustellen.

Das Oberkommando der Heeresgruppe Nord, das Anfang April 1945 bei der Führung der in Ostpreußen eingeschlossenen Truppen überflüssig geworden war, wurde als Oberkommando der neuen 12. Armee vor­gesehen. Es traf zwischen dem 15. und 20. April 1945 auf dem Seeweg bei Warnemünde ein. Um diese Zeit hatte sich das Schicksal der deutschen Truppen im Ruhrkessel bereits vollendet. Am 15. und 16. April ergaben sich dort zwanzig deutsche Divisionen mit rund 325.000 Soldaten den Alliierten. Damit war der Auftrag für die 12. Armee hinfällig geworden, denn er lautete: „Versammlung im Harz, westlich der Elbe, Angriff nach Westen zum Entsatz der Heeresgruppe B. Dadurch Spaltung der westlichen alliierten Streitkräfte und durch weitere Operationen Herstellung einer geschlossenen Westfront.“

Der Oberbefehlshaber der 12. Armee, General der Panzertruppe Walther Wenck, sah sich vor eine fast undurchführbare Aufgabe gestellt, dieses letzte Aufgebot Deutschlands zu Divisionen, Armeekorps und zu einer Armee zu formieren. Diese jungen Menschen – das nahm sich General Wenck vor – sollten nicht in sinnlosen Kämpfen verheizt werden.

Zehn neue Divisionen befanden sich in den Apriltagen 1945 insgesamt in der Aufstellung. Sie trugen klangvolle Namen und waren doch nicht mehr als Divisionsfragmente, die mit wenigen Ausnahmen keine Panzerkräfte besaßen. Mit dieser Armee sollte der General der Panzertruppe schließlich auf dem Ostufer der Elbe nach Osten verteidigen und sogar Berlin entsetzen, das von den Truppen der Roten Armee eingeschlossen worden war. Dieser Stoß nach Berlin hatte keine Aussicht auf Erfolg. Statt dessen kämpfte die 12. Armee um die Befreiung der eingekesselten 9. Armee und schlug sie frei; und schließlich versuchte die 12. Armee noch, so viele Menschen wie möglich über die Elbe nach Westen zu retten. Daß es nicht gelang, die Zehntausenden von Zivilisten über den Fluß in Freiheit zu bringen, war den unmenschlichen Kapitulationsbedingungen der Amerikaner zu verdanken, die Flüchtlingstrecks mit Waffengewalt zu den Russen zurückschickten. Trotzdem wurden durch die Kapitulation bei den US-Streitkräften über 100.000 Soldaten und einige tausend Zivilisten gerettet, die dem Mob der Roten Armee entzogen wurden.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 80 g
Author: admin