Marine – Heft 99

 3.75

K. Adrian

Das Schicksal der „Stier“

Südatlantik 1942: Der deutsche Hilfskreuzer HSK 6 versinkt nach schwerem Artilleriegefecht bei Bahia

64 Seiten

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Beschreibung

Als am 1. September 1939 der Polenfeldzug begann, wurde das 1936 bei der Germania-Werft in Kiel fertiggestellte Motorschiff „Cairo“, ein Schiff der Deutschen Levante Linie, von der deutschen Kriegsmarine eingezogen. Das Handelsschiff hatte eine Tonnage von 4.778 BRT, eine Maschinenleistung von 3.750 PS mit einer Höchstgeschwindigkeit von 14,5 Knoten. Es war 134 Meter lang, 17,3 Meter breit, und der Tiefgang betrug 7,2 Meter. Mit einem Ölvorrat von 2.100 Tonnen konnte der Frachter bei 10 Knoten Marsch­geschwindigkeit rund 38.000 Seemeilen weit fahren. Der Motorfrachter wurde in der Kriegsmarine erst als Hilfskriegsschiff geführt und erhielt die Bezeichnung Schiff 23. Die „Cairo“ sollte als Handelsschutzschiff in der östlichen Ostsee seine Verwendung finden. Dafür wurde Schiff 23 mit zwei 15-cm-Kanonen und mehreren 2-cm-Flawaffen bestückt.

Im April 1940 übernahm der am 11. August 1900 in Erfurt geborene Fregattenkapitän Horst Gerlach, der zuvor Kommandant des Versuchsbootes „Uhlenhorst“ gewesen war, das Kommando über Schiff 23.

Die Zeit in der Ostsee sollte für Schiff 23 nicht lange andauern. Bereits im August 1940 erhielt Fregattenkapitän Gerlach den Befehl, unverzüglich Stettin anzulaufen, wo das Schiff bei den Oder-Werken zum Minenleger umgebaut werden sollte.

Schon nach zehn Tagen konnte Gerlach sein Schiff für den Einsatz als Minenleger einsatzbereit melden. Im September 1940 erging der Einsatzbefehl. Schiff 23 sollte mit fünf weiteren Minenschiffen durch den Ärmelkanal nach St. Nazaire verlegen. In den folgenden Monaten beteiligte sich Schiff 23 am Legen von Minensperren vor der Westküste Frankreichs und bei den britischen Kanalinseln.

Im März 1941 erhielt Fregattenkapitän Gerlach Befehl, den Minenleger bei den Oder-Werken in Stettin zum Hilfskreuzer um­bauen zu lassen. Im Mai 1942 konnte Hilfskreuzer „Stier“ nach mehreren Übungsfahrten seine erste Einsatzfahrt antreten.

Nachdem vier Schiffe mit 29.409 BRT von Kapitän Horst Gerlach versenkt werden konnten, näherte sich im September 1942 das amerikanische Liberty-Schiff „Stephen Hopkins“ dem Hilfskreuzer und sollte am 27. September sein Schicksal besiegeln…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 50 g
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