Flieger – Heft 81

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H. Holl

Malta-Blitz

Die deutsch-italienische Luftoffensive gegen Malta und das allierte Unternehmen Pedestal im April/Mai 1942

 

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Beschreibung

Die britische Kronkolonie Malta mit ihrer Marinebasis La Valetta war nach den Worten des englischen Oberkommandierenden der H-Flotte, Flottenadmiral Andrew Cunningham, „ein Schlüssel unserer Strategie im Mittelmeer“ und der „Dorn im Fleisch der Achsenmächte“. Denn es waren die Bomberpiloten Maltas und andere von den um die Insel operierenden Flugzeugträgern, die allein von Juni bis August 1941 deutsch-italienische Nachschubschiffe mit einer Gesamttonnage von 236.000 Tonnen versenkten und Schiffe von weiteren 117.000 Tonnen durch schwerste Beschädigungen unbrauchbar machten. Damit war das Bollwerk Malta zur größten Bedrohung für die Truppen von Feldmarschall Erwin Rommel und sein Afrika-Korps in Ägypten geworden, denn Malta bedrohte die Versorgungslage massiv. Rommel mußte in Afrika seine Offensive einstellen und in die Defensive übergehen. Um diese tödliche Bedrohung abzuwenden, starteten die in Sizilien und Sardinien stationierten deutsch-italienischen Kampfflieger­verbände zwischen 1941 und 1942 ein Dauerbombardement, das im sogenannten „Malta-­Blitz“ vom 2. April bis zum 10. Mai 1942 seinen ­Höhepunkt finden sollte.
Deutsche Kampf-, Stuka-, Zerstörer-, Tag- und Nachtjagdgruppen wurden daher Ende 1941 wieder auf sizilianische Flugplätze verlegt, und schon bald breitete sich über der Felseninsel eine wahre Bombenhölle aus. Die rollenden Luftangriffe, unter anderem von Ju-88-Bombern der Kampfgeschwader 54 und 77, durch Me-109-Jäger der Jagdgeschwader 53 und 3 sowie Me-110-Zerstörer des ZG 26 eskortiert, erreichten im März 1942 ihren dramatischen Höhepunkt. Was Malteser und britische Verteidiger damals zu erdulden hatten, verdeutlicht ein Tagesbefehl des II. Fliegerkorps, in dem es hieß: „In der Zeit vom 20. März bis zum 28. April 1942 wurde Malta als Flotten- und Luftstützpunkt völlig ausgeschaltet. 6.557 Tonnen Bomben wurden abgeworfen…“
Aber die Insel hielt den pausenlosen Bombardements stand. Und die Briten fanden einen Weg, um die vor dem Zusammenbruch stehende Insel zu halten. Als Wendepunkt wurde die Operation „Pedestal“ ausgelöst, ein alliierter Konvoi, der im August 1942, nach sechs Monaten Belagerung, erstmals Malta wieder erreichte. Obwohl der Konvoi schwere Verluste erlitt, bewies seine Ankunft, daß deutsche und italienische Bemühungen um Luft- und Seeüberlegenheit gescheitert waren. In Begleitung von Flugzeugträgern wie der „Illustrious“, der „Royal Ark“, der „Furious“ und der „Argus“ erreichten zahlreiche Nachschubschiffe die Insel, die die dringend benötigten Güter wie Munition, Verpflegung und den Nachersatz an Bord hatten. Weitere Konvois im November und Dezember 1942 lieferten genügend Nachschub, um bis 1943 die Versorgung zu sichern und die Belagerung zu überstehen.

 

Zusätzliche Informationen

Gewicht 150 g
Author: admin