Doppelband – Heft 100

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M. Ortler

„Belagern, nicht einnehmen!”

Leningrader Blockade 1941: Die 58. Infanterie-Division in schweren Stellungskämpfen im Vorort Urizk

 

 

Beschreibung

 

Am 10. August 1941 hatte die Heeresgruppe (Hgr.) Nord ihre Offensive mit begrenzten Mitteln wieder aufgenommen und noch einmal einen erstaunlichen Erfolg erzielt. Die 18. Armee eroberte mit Estland die linke Flanke, die Panzergruppe 4 schob sich im Zentrum an Leningrad heran, und auf dem rechten Flügel unterbrach die 16. Armee am 20. August die Bahnverbindung nach Moskau in Cudovo. Zehn Tage später erreichten die Panzerverbände die Neva und eroberten am 8. September Schlüsselburg am Ladogasee. Damit war das große Ziel Leningrad auf dem Landweg abgeschnitten und weiträumig eingeschlossen. Drei deutsche Großverbände bewegten sich immer weiter auf Leningrad zu, von Westen die 18. Armee aus Estland und von Süden bzw. Südosten die Panzergruppe 4 und die 16. Armee.

Die Divisionen, unter ihnen die 1. Infanterie-Division (ID), die 58., 215. und 291. ID, standen zum Angriff bereit. Aber statt eines Angriffsbefehls stellte Hitler sein Interesse an Leningrad unvermittelt zurück. Am 6. September gab er dem Drängen des Generalstabs nach und befahl die Vorbereitung des Angriffs gegen Moskau, für den alle entbehrlichen Kräfte von den Flügeln abgezogen werden sollten. Für die Hgr. Nord bedeutete dies, daß sie Leningrad nicht einnehmen, sondern eng einschließen sollte. Zudem mußte sie bis zum 15. September die meisten ihrer schnellen Verbände und das VIII. Fliegerkorps an die Hgr. Mitte abgeben. Aber ohne ihre gepanzerten und fliegenden Verbände konnte ein Eindringen in Leningrad nicht bewerkstelligt werden.

Rings um Leningrad war in den vergangenen Wochen bereits massive Stellungsbautätigkeit der Sowjets aus der Luft beobachtet worden. Der äußere Verteidigungsring um Leningrad verlief rund 40 Kilometer, ein zweiter 25 Kilometer vor dem Zentrum der Stadt. Hier waren in den vergangenen Wochen Hunderte Bunker und Kampfstände mit eingebauten Geschützen, Granatwerfern und Minenfeldern angelegt worden. Dazu kamen Dutzende Kilometer Panzergräben und Stacheldrahthindernisse.

Mitte September erreichten die ersten Spitzen der 58. ID die Nähe des Leningrader Vorortes Urizk. Von hier aus war es nicht mehr weit bis an die eigentliche Stadtgrenze. Aber vor den Toren Leningrads ballte sich die Kampfkraft von 500.000 Russen zusammen, die ihrerseits versuchten, aus dem Einschließungsring auszubrechen, um Oranienburg zu erreichen. Hier standen sowjetische Truppen bereit, um den eingeschlossenen Kameraden zu helfen. Die einen wollten nach Leningrad hinein, die anderen hinaus… Ein Stellungskrieg im Vorfeld der Großstadt bahnt sich an, der beide Seiten unzählige Opfer kosten wird. Der Befehl, Leningrad zu belagern, wird nicht nur den Winter über andauern…

Zusätzliche Informationen

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