Originalband – Heft 304

 3.25

K. Thormählen

Brennpunkt Suchinitschi

Winter 1942/42: Die 216. Infanterie-Division muß den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt bis zum Entsatz halten

64 Seiten

Beschreibung

Ab Mitte Dezember 1941 rollten erste Teile der im Raum Falaise stehenden 216. Infanterie-Division (ID) über Gumbinnen–Wilna–Minsk–Smolensk nach Osten gen Rußland. Der seit langem erwartete Einsatz im Ostfeldzug stand somit unmittelbar bevor. In Rußland herrschte zu dieser Zeit der kälteste Winter seit 130 Jahren. Die als Verstärkung vorgesehene Division hatte sich bisher im angenehm gemäßigten Klima Frankreichs aufgehalten und wurde nun ohne die notwendige Winterbekleidung in den Kampf gegen kältegewohnte und bestens ausgerüstete russische Regimenter geschickt. Erschwerend kam hinzu, daß die nach Osten gehenden Transport­bewegungen durch teilweise heftige Schneeverwehungen immer wieder zum Erliegen kamen. Wegen der vielen bedrohten Front­abschnitte verzettelte sich der Einsatz frischer Kräfte. Bei der Heeresgruppe Mitte hatten starke russische Kräfte die Front der vor Moskau stehenden 4. Armee durchbrochen. Dadurch war nordostwärts von Brjansk eine Lücke entstanden. Bei der im Raum Rschew operierenden 9. Armee war der nach Südwesten stoßende Gegner bereits teilweise in den Rücken der Armee durchgebrochen. Somit waren die für die Versorgung der Heeresgruppe wichtigen Rollbahnen und auch einige Schienenverbindungen unmittelbar gefährdet.

Am 28. Dezember erhielt der kommandierende General der 216. ID von der Heeresgruppe den Befehl, den Eisenbahnknotenpunkt Suchinitschi unverzüglich zu erreichen, sich alle dortigen Truppenteile zu unterstellen und den wichtigen Versorgungspunkt unter allen Umständen zu halten.

In Suchinitschi hatte die 4. Armee während ihres Vormarsches auf die Hauptstadt Moskau ein Depot mit großen Vorräten an Munition, Verpflegung, Kfz-Ersatzteilen und Sanitätsmaterial eingerichtet, das vor dem Zugriff des Feindes geschützt werden mußte. Ausgerechnet in diesem Abschnitt klaffte nun eine große Frontlücke, die der Feind nutzen konnte.

Die mittlerweile in Suchinitschi eingetroffene 216. ID hatte um­gehend begonnen, Stellungen auszubauen und nach Nordosten, Osten und Südosten mit Artillerie abzusichern. Dies war nötig, denn der Feind rückte immer näher an Suchinitschi heran. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er zum Großangriff auf den von deutschen Truppen nur schwach besetzten Knotenpunkt antrat…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 56 g
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