Originalband – Heft 300

 3.25

H. J. Korten

Schukows Waterloo heißt Stariza

Das II. Bataillon des Infanterie-Lehr-Regiments erzwingt 1941 nach schweren Kämpfen den Durchbruch nach Stariza

64 Seiten

Beschreibung

Die ersten Siege in Rußland sind errungen, und die Wehrmacht steht kurz davor, die Verkehrsadern an der Wolga zu erreichen. Am 14. Oktober 1941 ergeht an die 9. Armee und die Panzergruppe 3 der Befehl, nach Rschew und Kalinin vorzustoßen. Nach ihrer Besetzung sollte der Vormarsch auf Moskau oberstes Ziel sein. Der Winter nahte in großen Schritten und würde bei Nichtgelingen der deutschen Operation den Russen in den Hände spielen, weil ein Feldzug im Winter in den deutschen Planungen nicht vorgesehen war. Doch zuallererst mußte der Eckpfeiler der Ostfront, Rschew, von den Deutschen eingenommen werden.

Am 24. Oktober wurde die Stadt von deutschen Truppen besetzt. Der nahe gelegene Höhenzug war eine wichtige Ausgangsbasis für den deutschen Angriff auf die sowjetische Hauptstadt. Rschew ging in die Kriegsgeschichte als „Blutiger Fleischwolf“ ein. Die reine Überlegenheit an Material und Soldaten sollte der Roten Armee den Sieg ermöglichen. Dabei setzte das sowjetische Oberkommando auch auf das Element Gewalt – auf allen Ebenen, in allen Situationen – gegenüber den eigenen Soldaten, unabhängig von ihrem Rang, um den deutschen Frontvorsprung eindrücken zu können.

In diesen Fleischwolf wurde im Oktober 1941 auch das Infanterie-Lehr-Regiment 900 geworfen. Aufgestellt kurz vor Beginn des ­Rußlandfeldzuges, am 17. Juni 1941, in Döberitz und Wünsdorf, war die Brigade Armeereserve des Armeeoberkommandos 9.

An der Kesselschlacht um Wjasma und Brjansk nahm die Brigade am Nordflügel der 9. Armee im August 1941 teil. Nach der Schlacht erhielt sie den Befehl, nach Stariza vorzustoßen und die im Vorfeld von Rschew gelegene Stadt zu durchstoßen.

Die sowjetische Führung hatte die Feldstellungen vor der Stadt stark ausgebaut, hatte alles zusammengezogen, Kriegsschüler- und Frauenbataillone, Kriegsversehrte, alte Männer – die die Stadt bis zum letzten verteidigen sollten.

Der von der russischen Führung so nicht erwartete Offensivschlag mit stärksten Verbänden der Wehrmacht endete in einem Blutbad. General Georgij Schukow, der die Gegenoffensive vor Stariza leitete und selbst die Gegenmaßnahmen getroffen hatte, erlebte hier sein „Waterloo“.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 56 g
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