Flieger – Heft 115

 3.75

N. Clausen

Ein „Fürst“ am Himmel

Jagdflieger Wolf-Dietrich Wilcke im Einsatz in den Jagd­geschwadern 53 und 3 an der West- und Ostfront

64 Seiten

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Beschreibung

Wolf-Dietrich Wilcke kam am 11. März 1913 in Schrimm, Provinz Posen/Westpreußen, als Sohn des Hauptmanns Hans Wilcke und dessen Ehefrau Hertha auf die Welt. Seinen Vater, der als Kompaniechef im Infanterie-Regiment 47 im Alter von nur 35 Jahren an einer Lungenentzündung verstarb, hatte er nie kennengelernt. Als er seinen Vater verlor, war Wolf-Dietrich erst wenige Wochen alt gewesen. Seine Mutter heiratete im Jahre 1919 den Hauptmann Friedrich von Scotti.

Wolf-Dietrich besuchte das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover und wollte unbedingt in die Reichswehr eintreten. Obwohl er noch eine Weile bis zum Abitur hatte, bat der Unterprimaner Wolf-Dietrich in einem Gesuch um die Einstellung in das Hunderttausend-Mann-Heer der Reichswehr mit folgenden Zeilen: „Es ist mein sehnlichster Wunsch, als Offiziersanwärter beim 6. preußischen Artillerie-Regiment ein­gestellt zu werden.“

Die Einheit hatte er sich ausgesucht, weil sein Stiefvater Friedrich von Scotti in diesem Regiment diente. Sein Gesuch wurde tatsächlich angenommen, so konnte Wolf-Dietrich nach dem Abitur Anfang April 1934 in das 6. Artillerie-Regiment als Offiziersanwärter eintreten. Ab dem 1. Oktober 1934 besuchte er als Fähnrich die Kriegsschule in Dresden und wurde am 1. November 1935 als Oberfähnrich in die neu gegründete Luftwaffe übernommen. Seine fliegerische Ausbildung absolvierte er an der Fliegerschule Perleberg, wo er am 20. April 1936 seine Beförderung zum Leutnant erhielt.

Als er im Oktober 1936 seine Ausbildung als Flugzeugführer beendete, wurde Wolf-Dietrich zum Jagdgeschwader 132 „Richthofen“ versetzt. Etwa zu dieser Zeit entstand auch sein Spitzname „Fürst“, der vermutlich auf den vornehmen Charakter seines Stiefvaters Friedrich von Scotti zurückzuführen war.

Bereits im Herbst 1937 wurde Leutnant Wilcke wegen überdurchschnittlichen fliegerischen Fähigkeiten und erzieherischen Leistungen als Lehrer an die Jagdfliegerschule Werneuchen versetzt. Noch im März 1939 gehörte er einige Wochen lang der „Legion Condor“ an, wo er in der 1. Staffel der Jagdgruppe 88 Einsätze in Spanien flog. Dafür wurde er im Juni 1939 mit dem Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern und der „Medalla de la Campana-de-Espana“ ausgezeichnet.

Am 1. Juli 1939 zum Oberleutnant befördert, übernahm Wolf-Dietrich Wilcke im September 1939 die 7. Staffel der III. Gruppe des Jagdgeschwaders 53. Diese Gruppe wurde von Hauptmann Werner Mölders aufgestellt, aus dieser Zeit stammte auch die Freundschaft zwischen beiden Männern. Im September 1939 fiel der Startschuß zu einer bemerkenswerten Fliegerkarriere, die abrupt im März 1944 endete…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 56 g
Author: admin