Doppelband – Heft 159

 4.95

F. Pesendorfer

Der lange Schatten der Vergangenheit

Die 18. Armee unter Generaloberst von Küchler erzwingt im Sommer 1941 den Rückzug der Roten Armee aus dem Baltikum

130 Seiten

Beschreibung

Die sowjetische Besetzung des Baltikums stand mit dem Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges am 22. Juni 1941 kurz vor ihrem Ende. Die Sowjetunion hatte die drei baltischen Staaten im Juni 1940 annektiert. Eine Welle von Repressionen, Zwangsrekrutierungen in die Rote Armee und Verfolgungen setzte sofort ein und trieb Zehntausende Bürger aller drei Länder in Verstecke in den Wäldern. Massenhaft wurden Esten, Letten und Litauer nach Sibirien deportiert, besonders die Eliten der drei Länder traf es hart. Nach den für die Sowjetunion positiven Ergebnissen der manipulierten Volksabstimmungen wurden Estland, Lettland und Litauen als Sowjetrepubliken in Stalins Imperium eingegliedert. Am Ende hatten die Esten der Erpressung nachgegeben und unterzeichneten am 28. September 1939 einen Stationierungsvertrag. Lettland und Litauen wurden ähnliche Verträge aufgezwungen, die der Roten Armee gestatteten, im Land Stützpunkte aufzubauen. Im Windschatten des deutschen Westfeldzugs machte sich die UdSSR daran, im Baltikum Fakten zu schaffen. Am 9. Juni 1940 wurde Estland besetzt, am 14. Juni 1940 Litauen und zwei Tage später Lettland. Am 6. August wurden die drei Baltenrepubliken der Sowjetunion angegliedert. Nun konnte die sowjetische Verwaltung schalten und walten, wie sie wollte, eine Terrorwelle überzog das Baltikum.
Nach dem Beginn des deutschen Feldzugs gegen die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurde das Baltikum noch im Sommer von der Wehrmacht erobert. Der sowjetische Terror hatte dazu geführt, daß viele Balten die Deutschen jubelnd begrüßten, weil sie sich von ihnen eine Wiederherstellung der staatlichen Souveränität erhofften.
Den Weg der deutschen Wehrmacht durch das Baltikum zeichnet im vorliegenden Band der Kriegsberichterstatter Franz Pesendorfer nach. Er erzählt nicht nur von dem Sturmlauf der Divisionen der Armee von Küchler, der mit dem Vorstoß auf Libau beginnt. Er schildert den Vorstoß auf Riga, den Übergang über die Düna, beschreibt die Eroberung Wolmars, Pleskaus, Revals, Poltsamaas, Kundas, Narwas und der baltischen Inseln. Dabei hat der Autor seinen Blick auch abseits des Militärischen, er berichtet von der lettischen, estnischen und litauischen Bevölkerung, die nach den Jahren der russischen Besatzung ihre Freiheit wiedererlangt hat – dabei stellt Pesendorf die Jahrhunderte währende Geschichte der Deutschen im Baltikum in den Mittelpunkt. Der Kampf hat nicht erst 1941 mit dem Einmarsch in Rußland begonnen, der Freiheitskampf der Balten tobt seit Jahrhunderten beinahe ununterbrochen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 80 g
Author: admin