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E. Solger
Lützows wilde Jagd
Der Kommodore des Jagdgeschwaders 3 kann mit einer neuen Flugtaktik 108 Abschüsse bis 1945 erzielen
64 Seiten
Beschreibung
Das Jagdgeschwader 3 „Udet“ hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Aufgestellt 1938 nur mit einer Gruppe, erfolgte die Auffüllung zur Sollstärke ab Oktober 1939 unter Oberst Karl Vierck. In erste Kämpfe wurde das JG 3 in Frankreich ab Juni 1940 verwickelt, wo erstmals Abschüsse erzielt werden konnten. Im Juli 1940 begann der Einsatz am Kanal, das Geschwader flog Begleitschutz für Bomberverbände in der Luftschlacht um England. Mittlerweile hatte Hauptmann Günther Lützow, Kommandeur I. /JG 3, die Führung von Oberst Vierck übernommen. Hier begann die Erfolgsgeschichte des JG 3, die mit über 1.200 Luftsiegen am 19. März 1945 durch den letzten Abschuß von Oberfeldwebel Rudolf Hener enden wird. Zu diesem Erfolg trug auch Günther Lützow bei, der bis zum 24. April 1945 108 Abschüsse in 300 Einsätzen erzielen konnte. Er gehörte im JG 3 ebenso zu den Fliegerassen wie der spätere Oberst Walter Oesau, der als Kommandeur der III. Gruppe am 5. Februar 1941 das Eichenlaub errang, oder Walter Dahl, der diese Auszeichnung am 1. Februar 1945 erhielt. Oberleutnant Viktor Bauer empfing es nach 102 Luftsiegen, Gruppenkommandeur Leopold Münster nach 95 Abschüssen (posthum). An der Spitze der Fliegerasse zeichnete sich Wolf-Dietrich Wilcke aus, der in 732 Einsätzen 162 Luftsiege erringen konnte und für den 100. Luftsieg am 23. Dezember 1942 die Schwerter erhielt. Die Brillanten waren am 30. August 1942 für Gordon Gollob, Gruppenkommandeur im JG 3, fällig, als er seinen 150. Luftsieg errungen hatte. Auch der 1944 zur JG 3 kommandierte Oskar-Heinrich Bär trug da schon die Schwerter nach mehr als 1.000 Einsätzen mit 215 Luftsiegen. Eine Erfolgsgeschichte fürwahr, wenn man diese Zahlen einfach so stehen läßt, aber das Geschehen an den Fronten in Rußand und ab 1943 in der Reichsverteidigung sprach eine andere Sprache. Längst hatte die Me 109 ihren Nimbus als bestes Flugzeug des Krieges verloren, Muster wie die „Spitfire“ hatten die Luftherrschaft an sich gerissen. Die Ausbildung der Piloten, einer der entscheidenden Pfeiler der Luftwaffe, wurde verkürzt und Trainingsflüge entfielen, immer weniger Piloten mußten immer mehr Einsätze fliegen.
All das desillusionierte die Flieger, die Tag für Tag Abschied nehmen mußten von Kameraden, die abgeschossen wurden, die abstürzten, die sich schwer verletzten. Der fliegerische Einbruch machte auch vor den deutschen Fliegerassen nicht halt. Es traf auch Günther Lützow an diesem besagten 24. April 1945. Seine „wilde Jagd“ war hier zu Ende, viele hatte es schon vor ihm getroffen.
Zusätzliche Informationen
Gewicht | 56 g |
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