Originalband – Heft 317

 3.55

W. Kattinger

Der „russische“ Spähtrupp

Westrußland, Januar 1942: Das Infanterie-Regiment 54 im Kampf um den Knotenpunkt Stepanowka

64 Seiten

Beschreibung

Der 6. Dezember 1941 markierte einen Wendepunkt im Feldzug gegen die Sowjetunion. An diesem Tag trat die Rote Armee vor Moskau zum Gegenangriff an. Schnell wurde klar, daß das deutsche Heer zur Verteidigung übergehen mußte, wollte es nicht überrannt werden. Für die Heeresgruppe Süd wurde festgelegt, weiter gegen die untere Don–Donez–Linie vorzustoßen, um bessere Ausgangsstellungen für die kommende Frühjahrsoffensive zu schaffen.
Allerdings waren die bisher eingetretenen Verluste hoch gewesen. Alleine 85 Prozent aller Fahrzeuge der Heeresgruppe waren in den vergangenen sechs Monaten ausgefallen. Die Grabenstärke betrug bei vielen Kompanien nur noch 30 Mann oder weniger. Einige Infanterie-Divisionen waren dermaßen verlustgeschwächt, daß man sie entweder auf andere Truppenteile aufteilen oder gar auflösen mußte.
Auch im Befehlsbereich der 17. Armee zeichnete sich ein düsteres Bild der Lage. Ab Mitte Dezember tauchten im Bereich der 17. Armee Truppenkonzentrationen der Roten Armee auf, die auf Angriffsoperationen hinwiesen. Beim Stab der 17. Armee rechnete man mit einem massiven Vorstoß der Sowjets gegen die lange und nur schwach besetzte Nordflanke der Armee, da der nach Osten führende Frontvorsprung den Gegner geradezu dazu einlud, die Linie Slawjansk–Isjum zu attackieren. Die dort stehenden Divisionen hatten jeweils eine Frontbreite von 35 bis 45 Kilometern zu verteidigen, was bei dem herrschenden Material- und Personalmangel kaum möglich erschien. Immer wieder wies der Stab der 17. Armee bei der Heeresgruppe darauf hin und drängte auf Heranführung von Verstärkungen. Doch da bei der gesamten Heeresgruppe Süd die Lage ähnlich angespannt war, blieben diese aus.
Am 18. Januar brach der sowjetische Großangriff beiderseits Isjum los, überrollte die dort stehenden schwachen Verbände und gewann schnell an Schwung. Am 23. Januar eroberten die Sowjets den Ort Barwenkowo, in dem sich das Hauptversorgungslager der 17. Armee befand, Ende des Monats näherten sie sich bereits der wichtigen Eisenbahnlinie Dnjepropetrowsk–Stalino. Das Infanterie-Regiment 54 erhielt daraufhin die Aufgabe, den Knotenpunkt Stepanowka in eigene Hand zu bringen und zu halten. Die Infanteristen, die bis dahin an der einigermaßen ruhigen Mius-Front gelegen hatten, wurden augenblicklich in den Kampf geworfen, einen Kampf, der sich immer weiter auswuchs…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 56 g
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