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W. Sandner
„Tiger“ ohne Krallen
Russische Frühjahrsoffensive 1944: Die 1. Ukrainische Front bringt die Heeresgruppe Süd an den Rand der Vernichtung
64 Seiten

Beschreibung
Seit der abgebrochenen deutschen Offensive am Frontbogen von Kursk im Sommer 1943 war die Rote Armee auf dem Vormarsch. Die sowjetischen Verbände hatten am Mittel- und am Südabschnitt der Ostfront weite Gebiete einnehmen können. Die Wehrmacht zog sich hinter den Dnjepr zurück, weil sie dort bessere Verteidigungsbedingungen vorzufinden hoffte. Währenddessen besetzten die Sowjets Charkow, Belgorod, Poltawa und Krementschug und erreichten als vorläufigen Endpunkt ihres breit angelegten Vormarsches im November 1943 Kiew. Danach brauchte die Rote Armee eine Pause für Umgruppierungen, in die deutsche Gegenangriffe stießen, die zur Rückeroberung Schitomirs führten. Vorerst blieb die Frontlage stabil.
Um den Flugplatz von Korsun hatte sich im Februar 1944 ein Frontvorsprung der Heeresgruppe Süd gebildet, der vor allem das Westufer des Dnjepr zwischen Kanew und Tscherkassy umfaßte. Ende Januar schlossen die 2. Ukrainische Front (Generalleutnant Iwan Konjew) und die 1. Ukrainische Front (General Nikolai F. Watutin) die deutschen Verbände ein. 25 Kilometer südwestlich von Tscherkassy entstand ein Kessel, in dem zwei deutsche Korps steckten. Im Nordwesten befand sich das XXXXII. Korps, Teil der 1. Panzer-Armee, der Südosten des länglichen Kessels wurde vom XI. Korps gehalten, das zur 8. Armee gehörte. Die Rote Armee griff die Eingeschlossenen praktisch pausenlos an, die Aussichten für die von General Otto Wöhler geführte 8. Armee sahen düster aus. In dieser gefährlichen Lage flog Generalfeldmarschall Erich von Manstein, Befehlshaber der Heeresgruppe Süd, ins Hauptquartier nach Rastenburg, um die Erlaubnis nach Rücknahme des gefährlich exponierten rechten Flügels einzuholen. Dies wurde jedoch abgelehnt, banden die deutschen Truppen doch an dieser Stelle eine große Zahl sowjetischer Verbände, die an anderen Frontabschnitten fehlten. Die Eingeschlossenen sollten ausharren und auf Entsatz warten, der vorbereitet wurde.
23 Tage lang wehrten die rund 59.000 Soldaten im Kessel jeden Feindangriff ab. Als der Ausbruch nach Westen angeordnet wurde, entkamen nur 28.000 Landser dem Drama am Fluß Gniloi Tikitsch. Allein die 1. Panzerarmee und die 8. Armee erlitten zusammen 10.000 Verluste, davon zwei Drittel Verwundete.








