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K. Adrian
Feuer frei auf „Sydney“
Auf seiner Kaperfahrt 1941 kann der Hilfskreuzer „Kormoran“ vor Australien den Kreuzer „Sydney“ versenken
64 Seiten

Beschreibung
- Dezember 1940. Am Ausgang der Dänemarkstraße, zwischen Grönland und Island, torkelte ein dunkles Schiff im hohen Wellengang. Die grobe Dünung packte den Dampfer und warf ihn wie ein Spielball hin und her. Dem Aussehen nach handelte es sich um den sowjetischen Passagierfrachter „Wjatscheslaw Molotow“ mit 7.500 Bruttoregistertonnen (BRT), Heimathafen Leningrad. Der schwarz gestrichene Schornstein trug allerdings kein Abzeichen einer Reederei, auch zeigte der merkwürdige Dampfer keine Flagge. Überhaupt schaute das Schiff seltsam aus, der gesamte Rumpf war dunkelgrau, nirgends war nur der kleinste Farbenklecks zu finden.
Jede Brückenwache eines fremden Handelsschiffes, selbst die eines Kriegsschiffes, konnte die Silhouette dieses Schiffes nicht einmal anhand einer Typentafel identifizieren. Der Besatzung dieses düsteren Schiffes sollte es recht sein, sie wollten keinesfalls zu früh entdeckt werden, die Überraschung sollte vollkommen sein!
Das geheimnisvolle Schiff hatte nichts mit einem sowjetrussischen Frachter zu tun. Ursprünglich lautete der Name „Steiermark“, 1938/39 gebaut bei der Friedrich Krupp Germaniawerft in Kiel. Mit Beginn des Krieges übernahm die Kriegsmarine das moderne Schiff und es erhielt die schlichte Bezeichnung „Schiff 41“. Ab Sommer 1940 wurde das Motorschiff zum Hilfskreuzer umgebaut. Ihm wurden sechs 15-cm-Kanonen und zwei 3,7-cm-Pakkanonen eingebaut. Zusätzlich war es mit fünf 2-cm-Fliegerabwehr-Maschinenwaffen bewaffnet. Sechs Torpedorohre – für 28 Torpedos – vervollständigten die Bewaffnung. Zudem waren 420 Minen, zwei Bordflugzeuge und ein leichtes Schnellboot LS 3 an Bord. Noch vor seinem Auslaufen nahm „Kormoran“ weitere Munitionslast und 20 Torpedos auf, die für deutsche U-Boote, die im Südatlantik operierten, bestimmt waren.
Im Oktober 1940 wurde „Schiff 41“ in HSK Handelsstörkreuzer (HSK) 8 „Kormoran“ umbenannt, wobei die alte Bezeichnung beibehalten wurde. Nur drei Monate später hatten auch die Engländer den neuen deutschen Hilfskreuzer identifiziert und mit „Raider G“ gekennzeichnet.
Die „Kormoran“ lichtete am 3. Dezember 1940 in Gotenhafen die Anker und lief nach kurzen Zwischenaufenthalten in Frederikshavn und Stavanger zu ihrer Unternehmung aus. Nördlich an Island vorbei, drang „Schiff 41“ am 12. Dezember 1940 in die Dänemarkstraße ein. An der engsten Stelle zwischen Island und Grönland gelang dem Hilfskreuzer, bei Nebel und schlechten Wetter, der Durchbruch durch die Sperre der englischen Bewacherschiffe.

Zusätzliche Informationen
| Gewicht | 56 g |
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