Großband – Heft 155

 4.45

R. v. Becker

281 Meter bis zum Tod

Ostfront, Przemysl Juni 1941: Zwölf Sturmpioniere des Gebirgs-­jäger-Regiments 228 im Unternehmen „Stoßtrupp Brücke“

72 Seiten

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Beschreibung

Die Geschichte der Brücke von Przemysl begann nicht am Morgen dieses 22. Juni 1941 – sie begann viel früher. Die Geschichte der Brücke – sie wurde einmal die „historische Brücke von Przemysl“ genannt – ist uralt. Napoleons Grenadiere überschritten sie, im Ersten Weltkrieg spielte sie eine Rolle. Erst in den Kämpfen, dann in den Versorgungsplänen der Karpaten-Armee. Aber das ist nicht die Geschichte, die im vorliegenden Band erzählt wird. Hier geht es um die Geschichte der Brücke im Jahr 1941, die eng mit der Geschichte von zwölf Männern verbunden ist, vom „Stoßtrupp Brücke“ des Oberfeldwebels Reitner und seiner Sturm­pioniere Lois Wulf, Fritz „Mecki“ Vollmer, Willi Felser, Hans Singen und Hermann Lingnau, alle dem Gebirgsjäger-Regiment 228 angehörig.

Die Geschichte begann, als die Deckbezeichnung „Fall Barbarossa“ durch die Stäbe im Osten zu geistern begann. Lange vor dem eigent­lichen Beginn des Feldzuges. „Fall Barbarossa“, der Rußlandfeldzug… Dieser Begriff tauchte auf, lange bevor die deutschen Divisionen nach Osten verlegt wurden, die Armeen ihre Bereitstellungsräume in Polen bezogen, das im September 1939 in einem nur 17 Tage dauernden Feldzug die militärische Effizienz der deutschen Wehrmacht erlebt hatte. Ende Juli 1940 – der Westfeldzug war gerade beendet – machte sich Hitler erstmals in einem kleinen Kreis von Mitarbeitern Gedanken über das Verhalten der Sowjetunion und zog in Betracht, Rußland möglicherweise anzugreifen. Im August 1940 begann der deutsche Generalstab mit den Vorarbeiten zum „Aufmarschplan Ost“, um im Fall des Falles Krieg zu führen gegen das damals noch verbündete Rußland. Daß die Sowjetunion im gleichen Zeitraum ebenfalls an Angriffsplänen arbeitete, ist heute gesicherte Erkenntnis.

Im Juni 1941 standen sie sich direkt gegenüber, die Rote Armee, rund fünf Millionen Soldaten stark und bis an die Zähne bewaffnet, und die deutsche Wehrmacht, kriegserfahren und erfolgsverwöhnt. Und da kommt wieder die Brücke von Przemysl ins Spiel. Der notwendige Nachschub mußte von beiden Seiten organisiert werden, aber es gab nur wenige Brücken über den San, den Bug, die Narew und den Njemen. Und die waren noch nicht einmal alle benutzbar. Die Brücken waren entscheidend dafür, ob aus dem befohlenen Angriff im „Fall Barbarossa“ ein schneller Vorstoß ins Herz des zukünftigen Feindes wurde oder der Angriff ins Stocken geriet und dem Feind Gelegenheit gegeben wurde, seine Verteidigung zu stärken. Daher wurde als erstes Ziel an alle Armeen ausgegeben, die Brücken in ihrem Bereich innerhalb der ersten Stunden der begonnenen Feindseligkeiten einzunehmen. Denn durch deren Zerstörung würde wertvolle Zeit verloren. Bei der 17. Armee war es die Brücke von Przemysl, deren schnelle Einnahme die Aufgabe von zwölf Männern wurde…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 80 g
Author: admin