Beschreibung
Am 11. November 1918 schweigen die Waffen. Von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges flutet das graue Millionenheer zurück in die Heimat. In Ost und West, in Nord und Süd, von Ostpreußen bis zur Saar, von Schleswig bis Kärnten entbrennen zugleich neue Kämpfe um die Grenzen.
Lang und blutig ist das Ringen in Oberschlesien. Um jeden Preis will der neuerstandene polnische Staat sich das ostdeutsche Grenzland mit seinen Kohlegruben, Hochöfen und Stahlwerken einverleiben. Im Vertrag von Versailles 1919 verfügen die Sieger eine Volksabstimmung für Oberschlesien.
Polen fürchtet einen ungünstigen Ausgang der Abstimmung und will vollendete Tatsachen schaffen. Die Tinte unter dem Versailler Vertrag ist noch nicht trocken, da entfesselt die „Polnische Militärorganisation“ im August 1919 den ersten polnischen „Aufstand“ in Oberschlesien. Reichswehr und Freikorps schlagen die „Erhebung“ nieder.
Anfang 1920 rücken französische, englische und italienische Truppen in Oberschlesien ein, um die Abstimmung vorzubereiten. Die unter diesen „Interalliierten“ führenden Franzosen nehmen unverhohlen Partei für die polnische Seite. Diese löst im August 1920 den zweiten „Aufstand“ aus. Eine Woche lang tobt die Gewalt. Unter Zugeständnissen für die Polen beenden die Interalliierten den „Aufstand“.
Mit knapp 60 Prozent bringt die Volksabstimmung am 21. März 1921 eine klare Mehrheit für Deutschland. Einen britisch-italienischen Teilungsvorschlag nimmt Polen zum Anlaß, in der Nacht auf den 3. Mai den dritten „Aufstand“ zu entfachen. Polnische Truppen überrennen Oberschlesien bis zur „Korfanty-Linie“ (siehe S. 6). Unter den Interalliierten leisten allein die Italiener Widerstand.
Berlin gibt sich macht- und hilfslos. Vor Ort bildet sich zur Abwehr der „Selbstschutz Oberschlesien“. Und von überall aus dem Reichsgebiet kommen jetzt Freiwillige nach Oberschlesien. Deutsche Soldaten, Arbeiter, Handwerker, Studenten nehmen die Waffe in die Hand.
Unter ihnen ist der Verfasser des Erlebnisberichts auf den folgenden Seiten. Gerade 15 Jahre alt ist der gebürtige Berliner, als er nach Oberschlesien geht. Blutjung erlebte er als Kadett die Revolution 1918, machte die Niederschlagung des Spartakusaufstandes 1919 und den Kapp-Putsch 1920 mit. In Oberschlesien wird er im Freikorps „Schwarze Schar Bergerhoff“ seinen Höllenritt haben…
Aber zunächst begleiten wir ihn auf seinen Erlebnissen in Berlin. Er ist Schüler auf einem Gymnasium. Wichtiger ist ihm jedoch die mit einem wilden, aufregenden Landsknechtsleben verbundene Tätigkeit als patriotischer Aktivist. Es sind unruhige Jahre in der Reichshauptstadt, und die jungen Patrioten und ihre Gegner schenken einander nichts im politischen Kampf…

Zusätzliche Informationen
| Gewicht | 56 g |
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