Doppelband – Heft 162

 4.95

B. Wagner

Entscheidung in den Pripjet-Sümpfen

Ostfeldzug 1944: Die Skijäger-Brigade 1 in offensiver Aufklärung an den Frontlinien entlang dem Pripjet

130 Seiten

Beschreibung

Erst im September 1943 aufgestellt, galt die Skijäger-Brigade 1 schon Anfang 1944 als kampfbereit. Anstatt wie vorgesehen nach Karelien verlegt zu werden, wurde die Brigade der 2. Armee unterstellt und im Sumpfgebiet des Pripjet, eines Nebenflusses des Dnjeprs in Rußland und der Ukraine, eingesetzt. Ein Drittel dieser Region ist von Wäldern bedeckt. Der Pripjet verwandelt das Gebiet während der frühjährlichen Schneeschmelze in eine Wildnis aus Seen, Sümpfen und Waldinseln. Drei bis vier Monate im Jahr ist der Fluß zugefroren. Das Gebiet ist nur schwach besiedelt. Am Ufer liegen die Städte Pinsk und Mazyr und auf der ukrainischen Seite Tschernobyl, das durch das Reaktorunglück von 1986 traurige Berühmtheit erlangte. Kein Kampfraum für eine schnelle, wendige, auf Taktik und Strategie gestützte deutsche Wehrmacht. Schon 1941 kämpfte hier die 3. Armee, drei Jahre später soll die Skijäger-Brigade 1 Gorki, einen der größten Rüstungsstandorte Rußlands, zum Brückenkopf ausbauen und halten. Weitere Brückenköpfe, Osmalenik und Samoschje, sollten ebenfalls genommen und bei Angriffen gehalten werden. An dieser Stelle, 15 Kilometer südlich des Pripjet, sollte ein neues Abwehrsystem aufgebaut werden.

Aber die Skijäger werden durch den Druck der Roten Armee immer weiter in ihrer Frontlinie nach vorne geschoben. Das zähe Ringen in diesem grundlosen Gelände war ein aufreibendes, mühseliges Unterfangen. Der Gegner war nicht zu fassen, geschweige denn zu umgehen. Zwar zeigte sich die russische Artillerie in den Sümpfen als wirkungslos, was sich aber nicht als Vorteil erwies, weil auch die Wehrmacht auf schweres Gerät verzichten mußte. Abseits der wenigen befestigten Straßen versanken schwere Fahrzeuge binnen weniger Minuten. Damit lag der Kampf allein auf den Schultern der Ski­jäger-Brigade 1, die, für den Winter bestens ausgestattet, unter anderem mit Akja-Bootsschlitten, im Frühjahr nur noch als Infanterie-Brigade eingesetzt werden konnte, weil sich der gefrorene Sumpf in ein Labyrinth aus Gewässern, Inseln und Feuchtwiesen verwandelt hatte. Obwohl die Skijäger hofften, nach einer Ruhepause in Schitkowitschi aus dem Kampf gezogen zu werden, dauerten die Stellungskämpfe an, aber nicht nur gegen die Rote Armee – die hatte im Frühjahr 1944 Unterstützung erhalten, Partisanen waren in dem unwirklichen Gelände aufgetaucht. Damit kämpften die Landser gleich gegen drei Gegner: Sümpfe, Rotarmisten, Partisanen – und einer davon würde in den nächsten Monaten den Tod bringen…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 80 g
Author: admin