Doppelband – Heft 154

 4.45

K. Kollatz

Eine Frage der Zeit

Bretagne 1944: Die 2. Fallschirmjäger-Division im Kampf um die Festung Brest

130 Seiten

Beschreibung

Ein Name ist mit der Stadt Brest unmittelbar verbunden – der von Fallschirmjägergeneral Hermann-Bernhard Ramcke. Noch mit 51 Jahren hatte er die Prüfung zum Fallschirmspringer bestanden und kämpfte 1942 mit der Fallschirmjäger-Brigade Afrika in Nordafrika, 1943 mit der 2. Fallschirmjäger-Division in Italien, 1944 in der Bretagne zur Verteidigung von Brest.

Am 19. Juni 1940 hatte die deutsche Wehrmacht die französische Stadt eingenommen und sie als Teil des sogenannten Atlantikwalls neben einigen anderen Hafenstädten zwischen der Bretagne und der Mündung der Gironde zu einer Befestigungsanlage ausgebaut. Von hier liefen die deutschen U-Boote aus, um alliierte Schiffskonvois anzugreifen, die England mit kriegswichtigen Gütern belieferten.

Nachdem den Alliierten 1944 die Invasion in der Normandie Anfang Juni geglückt war, folgte im August das Vordringen US-amerikanischer mobiler Kräfte in die Bretagne. Ihr Hauptziel war die Einnahme mehrerer wichtiger Hafenanlagen auf der Halbinsel, um die deutsche U-Bootwaffe auszuschalten, die immer noch alliierte Schiffsrouten bedrohte.

Der US-amerikanische General George S. Patton unternahm den Versuch, mit der 6. US-Panzer-Division den Hafen und die gut be­festigte Stadt Brest einzunehmen. Dieses Vorhaben scheiterte, als die US-Verbände am 7. August die äußeren Verteidigungslinien erreichten und von Truppen zweier deutscher Infanterie-Divisionen und einer Fallschirmjäger-Division unter dem Befehl von General Ramcke blutig abgewiesen wurden. Die Stadt wurde daraufhin von den Alliierten belagert, aber erst als das 8. US-Armeekorps unter dem Befehl von General Middleton – bestehend aus drei Infanteriedivisionen, Artillerie- und Unterstützungseinheiten – zu Hilfe eilte, konnten erste Truppen in die Stadt eindringen. Aber der Widerstand war so groß, daß ein durchschlagender Erfolg ausblieb. Erst als Anfang September alliierte Luftstreitkräfte in größerem Maße die Festung angriffen, gelangen den US-Verbänden Fortschritte. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann die Festung erobert würde…

Nach 43 Tagen Belagerung fiel Brest am 18. September in alliierte Hände – sie war zu 90 Prozent durch die Kämpfe und ständigen alliierten Luftangriffe zerstört worden. Die Alliierten nahmen nach diesen verlustreichen Kämpfen keine weiteren Festungen mehr ein. Die Städte Lorient, Saint Nazaire, La Rochelle und Royan ergaben sich erst nach der Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 80 g
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