Originalband – Heft 318

 3.55

W. Sandner

Letzter Zug aus Kolberg

Gemischte Truppen unter Oberst Fritz Fullriede sichern den Abzug der Zivilbevölkerung aus Kolberg 1945

64 Seiten

Beschreibung

Die große sowjetische Offensive, die Mitte Januar 1945 gegen Ostpreußen und den oberen Weichselraum losbrach, erreichte gegen Ende Januar schon die Oder bei Fürstenberg und Küstrin. Anfang Februar war Ostbrandenburg in russischer Hand. Das bedeutete, daß der deutsche Verbindungsweg von Westen durch Ostpommern zu den in Westpreußen kämpfenden deutschen Truppen in seiner ganzen Länge bedroht war. Der Vorstoß der Russen zielte auf die Oder ab und verlegte nicht nur den deutschen Landsern, sondern auch Flüchtlingen aus Ostpreußen und der pommerschen Bevölkerung den Weg. Für viele Vertriebene blieb nur noch Kolberg mit seinem Hafen als letzte Rettungsmöglichkeit.
Kolberg mußte unbedingt gehalten werden, um den Abfluß der Zivilisten über See sicherstellen zu können. Für diese Aufgabe schickte das Oberkommando einen Mann in die bedrohte Stadt, von dem man glaubte, er könne Kolberg vor der Roten Armee schützen: Oberst Fritz Fullriede. Der Oberst übernahm den Befehl über Kolberg am 1. März 1945. Zu diesem Zeitpunkt waren drei sowjetische Divisionen im Anmarsch auf die Ostseestadt – mit Panzern, schwerer Artillerie, unterstützt von Flugzeugen. Die Verteidiger bestanden aus gemischten und schnell aufgestellten Verbänden und Abteilungen: ein unvollständiges Infanterie-Regiment, zwei Volkssturmbataillone mit 700 Mann, vier leichte und zwei mittlere Artilleriebatterien und eine Batterie schwerer Werfer, neun leichte und sieben schwere Flak-Geschütze, drei Festungs-MG-Bataillone, ein Alarmbataillon mit 400 Mann, eine Marinegruppe mit rund 360 Mann, etwa 100 Pioniere, eine Fliegerhorstkompanie mit 50 Mann, eine Panzergruppe mit acht Panzern und zwei Panzerzügen, zusammen etwa 2.300 Mann. Eigentlich eine nicht zu erfüllende Aufgabe für Oberst Fullriede, aber er setzte seine ganze Tatkraft und Energie ein. Er organisierte und ordnete an, gab Befehle und Weisungen, führte Besprechungen und suchte persönlich alle Truppeneinheiten auf. Er begann, neben der besonders dringenden Versorgung und dem notwendigen Abtransport der Bevölkerung, eine sinnvolle und planmäßige Abwehr aufzubauen. Galt es doch hier, in dem sich immer deutlicher abzeichnenden Zusammenbruch, hauptsächlich für Leben und Freiheit von 80.000 Menschen, davon allein 45.000 Flüchtlinge, zu kämpfen und Frauen, Kinder und Greise gegen einen wütend anstürmenden Feind zu verteidigen, der die Stadt seit dem 4. März belagerte.
Der Leser erfährt durch Leutnant Berger, Oberleutnant Jansen, den ROB-Gefreiten Hans Klinger und die Zivilisten Frau Lüdke und Maria Pelnat, wie beängstigend und tragisch die letzten Wochen für die Beteiligten gewesen sind, und nicht alle werden am Ende Kolberg lebend verlassen haben…

Zusätzliche Informationen

Gewicht 56 g
Author: admin